News > Berufsbild der Lebens- und Sozialberatung von neuer Ausbildungsverordnung bedroht!

am 7.2.2022
Wien (OTS) - Der Entwurf zu einer Verordnung des Wirtschaftsministeriums betreffend der Neustrukturierung bei der Ausbildung von Lebens- und Sozialberater:innen bedroht 8.800 gewerbliche Lebens- und Sozialberater:innen in ihrer Existenz! Insbesondere die Erläuterungen beinhalten Angriffe auf die gesamte Branche, für die wir von der ressortmäßig zuständigen Ministerin zumindest eine Entschuldigung verlangen.

Seit 33 Jahren gibt es nun das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung und jetzt soll es auf einmal eine Gefahr für jene Menschen sein, die bei Lebens- und Sozialberater:innen Unterstützung suchen? Wir verwehren uns gegen die Aussage der Gemeingefährlichkeit und der Bezichtigung der Unseriösität!

Käme eine Ausbildung für Lebens- und Sozialberater:innen, wie in der Verordnung des Wirtschaftsministeriums vorgesehen, würden sich die Ausbildungsstunden von 1.375 auf 4.500 erhöhen. Verbunden wäre damit auch eine Erhöhung der Ausbildungskosten von derzeit rund 12.000 Euro auf das 3,3-fache. Insbesondere werden Frauen dadurch in ihrer Chancengleichheit massiv benachteiligt.

Für den ÖVLSB ist es völlig unverständlich, warum gerade von der eigenen obersten Behörde der Wirtschaftstreibenden, dem Wirtschaftsministerium, ein für den Berufsstand derart ruinöser Entwurf zu einer Verordnung kommt.

Wir sind in diesem Zusammenhang auch sprachlos über das offensichtliche Versagen des dafür zuständigen Fachverbands in der Wirtschaftskammer Österreich unter Leitung des FV-Obmannes Andreas Herz.

Wir weisen auf eine 33jährige Berufspraxis hin, in der tausende Klient:innen bestens begleitet wurden und in keinster Weise Schaden genommen haben! Das Wirtschaftsministerium möge diesbezüglich gegenteilige Fakten liefern und die Beleidigungen zurücknehmen!

Wir Lebens- und Sozialberater:innen sind für Reformen und Verbesserungen bei der Ausbildung und bei der Qualitätskontrolle immer zu haben gewesen. Aber das, was hier das Ministerium unter Leitung von Ministerin Schramböck vorlegt, ist keine Verbesserung oder Reform, sondern eine gut versteckte, aber dennoch vorgesehene Auslöschung der Lebens- und Sozialberatung als eigener gewerberechtlich geregelter und normierter Beruf.

Wir fordern die Rücknahme des Verordnungsentwurfs durch das Wirtschaftsministerium und eine neuerliche Überarbeitung unter Einbeziehung der betroffenen Expert:innen aus der Praxis ohne unterschwelliges Diskreditieren der derzeit tätigen Lebens- & Sozialberater:innen, wie das in den Erläuterungen zum Entwurf deutlich zu Tage tritt. Insbesondere die extrem kurz bemessene Begutachtungsfrist von nur zwei Wochen (bis 10.2.2022) zeugt von schlechter Absicht und dubiosem Vorgehen von Seiten des Wirtschaftsministeriums.

Lebens- und Sozialberatung ist ein reglementiertes Gewerbe, dass psychosoziale Beratung mit psychisch gesunden Menschen umfasst. Kernkompetenzen liegen dabei vor allem in den Bereichen Prävention und Resilienz und ergänzen hier die Berufsbilder der Psychotherapie und der klinischen Psychologie. Die Vertreter:innen der Branche verstehen sich als „Vierte Säule im Gesundheitswesen“, wie sie seinerzeit 1989 vom damaligen Gesundheitsminister Ettl benannt worden sind.

Die Ausbildung bietet bisher auch eine fundierte Grundlage für, leider noch immer schlecht bezahlte, Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis im Gesundheits- und Sozialbereich. Damit wird ein wertvoller Beitrag für eine psychosoziale Versorgung von Menschen, die psychisch belastet aber nicht psychisch krank sind, geleistet.

Demonstrationsankündigung: 10.02.2022, 10 Uhr, Wien - WKÖ und Wirtschaftsministerium

Rückfragen & Kontakt:

presse@oevlsb.at
0664/ 31 66 200
ÖVLSB - Österreichischer Verband der Lebens- und SozialberaterInnen
Weitlofgasse 3
1180 Wien

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Quelle: OTS0032, 6. Feb. 2022, 15:11


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