| F: |
Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen? Was mich bewogen hat, Lebens- und Sozialberaterin zu werden, war schon immer der Wunsch, Menschen in schwierigen Lebenssituationen professionell zu begleiten und ihnen Halt, Orientierung und neue Perspektiven zu geben. Im Laufe meiner Tätigkeit durfte ich erkennen, wie wichtig echte menschliche Unterstützung gerade in Krisenzeiten sind, sei es bei Trauer, Verlust, Gewalt, persönlichen Herausforderungen oder belastenden Lebensphasen. Besonders das Thema Trauerbegleitung liegt mir sehr am Herzen; hier bin ich auch im Expertentool tätig und begleite Menschen sowie Institutionen mit viel Erfahrung und Empathie. Darüber hinaus engagiere ich mich an Schulen, arbeite im Bereich „Stop - Gewalt gegen Frauen“ und bin als Vortragende tätig. Diese unterschiedlichen Bereiche zeigen mir immer wieder, wie wichtig Prävention, Aufklärung und zwischenmenschliche Begleitung sind. Mein Beruf ist für mich nicht nur eine Tätigkeit, sondern eine Berufung: Menschen zuzuhören, sie ernst zu nehmen und gemeinsam Wege zu finden, damit sie wieder gestärkt in ihre Zukunft gehen können. |
| F: |
Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert? In meinem Beruf sind vor allem Empathie, Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Menschen wertfrei zu begegnen, besonders wichtig. Jede Person bringt ihre eigene Geschichte, ihre Sorgen und ihre individuellen Herausforderungen mit, dafür braucht es Verständnis, Geduld und ein offenes Ohr. Ebenso entscheidend sind Fachwissen, professionelle Gesprächsführung und die Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen Ruhe und Orientierung zu vermitteln. Gerade in den Bereichen Trauerbegleitung, Gewaltprävention oder Krisensituationen ist es wichtig, Menschen Sicherheit und Vertrauen zu geben. Da ich auch an Schulen tätig bin und Vorträge halte, gehören Kommunikationsstärke, Flexibilität und die Fähigkeit, unterschiedliche Menschen und Altersgruppen zu erreichen, ebenfalls zu den wichtigen Kompetenzen in meinem Beruf. Für mich ist es außerdem wesentlich, authentisch zu sein und Menschen mit Respekt und echter Wertschätzung zu begegnen, denn oft beginnt Veränderung dort, wo sich jemand wirklich gesehen und verstanden fühlt. |
| F: |
Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden? Ich glaube, dass Menschen heute mehr denn je das Bedürfnis nach echter Unterstützung, Orientierung und einem vertrauensvollen Gespräch haben. Die Herausforderungen im Alltag, persönliche Beziehungskrisen, Verlust, Überforderung oder gesellschaftliche Themen wie Gewalt und psychische Belastungen nehmen spürbar zu. Viele Menschen erkennen zunehmend, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig Hilfe zu holen und nicht alles alleine bewältigen zu müssen. Gerade durch Aufklärung und öffentliche Sensibilisierung wird sichtbar, welchen wertvollen Beitrag Lebens- und Sozialberatung leisten kann. Wichtig ist dabei auch, Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, dass Beratung kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Selbstfürsorge ist. Wenn Menschen erleben, dass sie ernst genommen, verstanden und professionell begleitet werden, wächst auch das Vertrauen in diese Dienstleistungen. Durch meine vielseitige Tätigkeit, von Trauerbegleitung über Gewaltprävention bis hin zu Vorträgen und Workshops, kann ich Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen erreichen und ihnen individuelle Unterstützung anbieten. |
| F: |
Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)? Ja, ich biete regelmäßig Vorträge, Workshops und unterschiedliche Veranstaltungen zu verschiedenen psychosozialen Themen an. Dabei ist es mir besonders wichtig, Wissen praxisnah, verständlich und mit viel Einfühlungsvermögen zu vermitteln. Meine Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Trauerbegleitung, Gewaltprävention, Persönlichkeitsentwicklung, Krisenbewältigung und mentale Gesundheit. Außerdem arbeite ich mit Schulen zusammen und engagiere mich im Bereich „Stop - Gewalt gegen Frauen“, um Bewusstsein zu schaffen, aufzuklären und Menschen zu stärken. Je nach Thema richten sich meine Angebote an Einzelpersonen, Gruppen, Schulen oder Institutionen. Neben fachlicher Information steht für mich immer auch der persönliche Austausch im Mittelpunkt, damit Menschen Unterstützung, Orientierung und neue Perspektiven für ihren Alltag mitnehmen können. |
| F: |
Was bedeutet für Sie Glück? Glück bedeutet für mich nicht Perfektion oder ein dauerhaft sorgenfreies Leben, sondern innere Zufriedenheit, echte zwischenmenschliche Begegnungen und das Gefühl, im Einklang mit sich selbst zu sein. Oft sind es die kleinen Momente, die wirklich glücklich machen: ein ehrliches Gespräch, Vertrauen, Gesundheit, Zeit mit Menschen, die einem wichtig sind, oder das Wissen, jemandem geholfen zu haben. Durch meine Arbeit erlebe ich immer wieder, wie wertvoll Hoffnung, Zusammenhalt und Menschlichkeit sind, besonders in schwierigen Lebensphasen. Deshalb bedeutet Glück für mich auch, trotz Herausforderungen Kraft zu finden, Dankbarkeit zu empfinden und mit Zuversicht nach vorne zu blicken. |
| F: |
Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Auf eine einsame Insel würde ich drei Dinge mitnehmen, die für mich sowohl praktisch als auch emotional Bedeutung haben. Zum einen ein Notizbuch mit Stift, um Gedanken festzuhalten, zu reflektieren und vielleicht auch Ordnung in die eigenen Gefühle und Ideen zu bringen. Schreiben ist für mich ein wichtiges Mittel der Verarbeitung und Orientierung. Zum zweiten würde ich ein Buch mitnehmen, das mich inspiriert und Kraft gibt, etwas, das mir in ruhigen Momenten Halt und Perspektive schenken kann. Und drittens würde ich ein Symbol für Verbindung wählen, zum Beispiel ein Erinnerungsstück an einen geliebten Menschen. Es würde mir das Gefühl geben, trotz der Abgeschiedenheit innerlich verbunden zu bleiben und nicht wirklich allein zu sein. |
| F: |
Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst? Eine Frage, die ich in diesem Interview noch spannend gefunden hätte, wäre: „Was wünschen Sie sich für die Zukunft der psychosozialen Beratung in unserer Gesellschaft?“ Diese Frage ist mir deshalb wichtig, weil sie den Blick über die eigene Tätigkeit hinaus erweitert und aufzeigt, wie sehr Prävention, Aufklärung und niederschwellige Unterstützung in Zukunft an Bedeutung gewinnen sollten. Gerade in einer Zeit, in der psychische Belastungen zunehmen, wäre es mir ein Anliegen, dass psychosoziale Angebote noch stärker enttabuisiert und leichter zugänglich werden. |