Lebensberater*innenHochstrasser Eva
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Lebensberater*innenHochstrasser Eva



Interview von Eva Hochstrasser

F: Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen?

Schon sehr früh wusste ich, dass ich mit Menschen arbeiten möchte. Menschen haben mir immer intuitiv ihre Themen anvertraut, lange bevor ich meine professionelle Ausbildung begann.
Meine eigene Suche nach Sinn, innerem Wachstum und persönlicher Weiterentwicklung führte mich schließlich immer tiefer in die Beratungs- und Ausbildungswelt: vom Selbststudium des Daoismus und der Harmonie­lehren des Feng Shui über zahlreiche psychosoziale Weiterbildungen bis hin zum Studium der interpersonellen Kommunikation.

Durch intensive Selbsterfahrung und das Arbeiten mit den drei Säulen der Salutogenese - Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit - habe ich meine eigene Haltung und mein Menschenbild geschärft. Heute begleite ich Menschen genau auf diesem Weg: zu Klarheit, innerer Ordnung und persönlicher Stärke.

Diese Kombination aus persönlichem Weg, fachlicher Tiefe und dem inneren Wunsch, Menschen professionell zu unterstützen, hat mich in meinen Beruf geführt und begeistert mich bis heute.


F: Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?

Ich denke, in meinem Beruf ist vor allem die Fähigkeit zur Allparteilichkeit entscheidend: Menschen in ihrer Vielfalt wahrzunehmen, ohne Partei zu ergreifen, und ihre Perspektiven respektvoll zu halten. Ebenso wesentlich ist die Kompetenz, Beratung ohne Ratschläge durchzuführen: Menschen auf ihrem inneren Entwicklungsweg zu begleiten, ohne ihnen Lösungen überzustülpen.
Eine wertschätzende, empathische und sichere Atmosphäre zu schaffen, ist für mich die Grundlage jeder wirksamen Beratung. Nur wenn sich Klient:innen nicht bewertet fühlen, kann echte Veränderung entstehen. Besonders in meiner salutogenese­orientierten Arbeit, die nicht pathologisiert, sondern Ressourcen stärkt, sind Präsenz, Sensibilität und eine innere Haltung der Achtung unverzichtbare Fähigkeiten.


F: Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?

Meine Arbeitsschwerpunkte haben sich aus meiner eigenen Entwicklungsreise heraus geformt.
Die sinnorientierte Beratung begleitet mich deshalb so stark, weil ich lange selbst auf der Suche nach Sinn war, zunächst im spirituellen Außen, bis ich verstanden habe, dass Sinn immer im Kontext von Zugehörigkeit entsteht: durch das Bewusstwerden des eigenen Beitrags, der eigenen Talente und des Platzes, den man in Familie, Beruf oder Gesellschaft einnimmt. Spirituelle Dimensionen spielen für viele Menschen eine Rolle, doch sie verankern sich erst dann nachhaltig, wenn sie im gelebten Alltag und in Beziehungen Ausdruck finden.

Der zweite zentrale Schwerpunkt ist die systemische Arbeit.
Diese Haltung ist für mich grundlegend: Nicht die Frage nach Schuld steht im Vordergrund, sondern das Verstehen von Dynamiken, Beziehungsmustern und Wechselwirkungen.
Wie bei einem Mobile verändert sich das gesamte System, sobald sich ein Element bewegt. Das macht systemische Arbeit so wirkungsvoll, sowohl im biografischen als auch im transgenerationalen Kontext.

Ich habe selbst erfahren, wie tiefgreifend und positiv sich Musterveränderung auf die eigene Lebensqualität und Lebensfreude auswirken kann, und erlebe in der Begleitung meiner Klient:innen immer wieder, wie viel Entwicklung möglich wird, wenn man Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit begenet. Genau deshalb habe ich mich für diese Schwerpunkte entschieden.


F: Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?

Als meinen größten beruflichen Erfolg sehe ist die Gründung und Entwicklung des SOULGARDEN - Instituts für seelische Gesundheit in Salzburg.
Ich bin seit 2010 selbstständig tätig und habe eine umfassende Ausbildungsreise hinter mir, doch die Etablierung von SOULGARDEN ist für mich der wichtigste Meilenstein.

Innerhalb der letzten 6 Jahre ist ein ganzheitlicher Ort entstanden, an dem Menschen - unterstützt durch salutogenetische, systemische und wissenschaftlich fundierte Ansätze - wieder zu Klarheit, Selbstführung und innerer Ordnung finden können.
Besonders stolz bin ich darauf, dass SOULGARDEN heute nicht nur Einzelpersonen begleitet, sondern auch Organisationen unterstützt und von einem engagierten, multiprofessionellen Team getragen wird.

Mein größter Erfolg ist daher weniger ein einzelnes Projekt, sondern die kontinuierliche Weiterentwicklung eines Instituts, das Menschen stärkt und ihnen Räume für nachhaltige Veränderung eröffnet - fachlich fundiert, menschlich zugewandt und wertebasiert.


F: Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden?

Ich bin davon überzeugt, dass Menschen dann Interesse an einer Dienstleistung entwickeln, wenn sie spüren, dass sie dort wirklich verstanden und sicher begleitet werden.
Vertrauen entsteht im psychosozialen Bereich nicht unbedingt durch Werbung, sondern durch echte Begegnung, Weiterempfehlungen und transparente Kommunikation.

Darüber hinaus wäre es aus meiner Sicht ein großer Gewinn, wenn salutogenetisch-orientierte Prävention in Österreich politisch stärker verankert würde.
Die psychosoziale Beratung arbeitet im Bereich der Primärprävention, also dort, wo Menschen frühzeitig Unterstützung brauchen, bevor Themen chronisch oder krankheitswertig werden. Gerade dieser präventive Zugang ist ein wesentlicher Beitrag zur seelischen Gesundheit, wird aber im aktuellen System oft noch zu wenig berücksichtigt.

Viele Menschen wissen schlicht nicht, dass es diesen Beruf gibt, und dass sie sich ohne Diagnose oder lange Wartezeiten professionelle Unterstützung holen könnten.
Eine stärkere Integration der psychosozialen Beratung in das Gesundheitssystem sowie intensivere Vernetzung mit ärztlichen und gemeinwesennahen Strukturen würde vielen Betroffenen wesentlich früher Zugang zu Hilfe ermöglichen.


F: Arbeiten Sie auch mit Berufskolleg*innen oder mit Expert*innen aus anderen Berufsgruppen zusammen?

Ja, absolut.
Im SOULGARDEN - Institut für seelische Gesundheit arbeite ich eng mit Berufskolleg:innen aus der psychosozialen Beratung sowie mit Expert:innen aus angrenzenden Fachgebieten zusammen.
Dazu gehören unter anderem Kolleg:innen aus der Unternehmensberatung, mit denen wir Organisationen in Themen wie Resilienz, Kommunikation und Beziehungsfähigkeit begleiten.

In unserem Team ist auch eine Psychologin tätig, wodurch wir unterschiedliche fachliche Perspektiven sinnvoll verbinden können.
Darüber hinaus bestehen in meinem professionellen Netzwerk natürliche Anknüpfungspunkte zum medizinischen und gesundheitsnahen Bereich.
Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht einen ganzheitlichen Zugang, sowohl für Einzelpersonen als auch für Organisationen, und unterstützt Menschen dabei, nachhaltige Veränderungen zu erreichen.


F: Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)?

Ja, ich biete regelmäßig eigene Veranstaltungen an, sowohl für Privatpersonen als auch für Teams und gesamte Organisationen.
Dazu gehören Seminare, Workshops, Gruppenformate und Vorträge zu verschiedenen Themen der systemischen Beratung, Persönlichkeitsentwicklung und Resilienzstärkung.

Zu meinen aktuellen Schwerpunktthemen gehören unter anderem:

- Sinnorientierte Persönlichkeitsentwicklung
- Resilienz & Stresskompetenz
- Selbstführung und innere Ordnung
- Kommunikation und Beziehungsfähigkeit
- Systemische Dynamiken & Musterveränderung
- Achtsamkeit und innere Stabilisierung
- Spiritual Leadership in Verbindung mit Kommunikation
- Transgenerationale Muster & biografische Klärung
- Erlernte Hilflosigkeit überwinden
- Innere Stimme & Inneres Team
- Philosophische Impulsabende (zB. im Rahmen der „Langen Nacht der Philosophie“)

Ergänzend dazu biete ich im SOULGARDEN auch Gruppensupervision, Aufstellungsarbeit, Impulsabende sowie Workshops für Organisationen an, etwa zu Vertrauen, psychologischer Sicherheit, Care-Kultur und Teamresilienz.


F: Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen?

Ein zentrales berufliches Ziel ist, dass die psychosoziale Beratung in Österreich als anerkannte Form der Primärprävention wahrgenommen und systematisch in die Gesundheits- und Sozialstrukturen integriert wird. In meiner Funktion als Obfrau der Salzburger Fachgruppe Personenberatung & Personenbetreuung setze ich mich dafür ein, dass mehr Menschen frühzeitig Zugang zu professioneller Unterstützung erhalten, bevor Belastungen chronisch oder krankheitswertig werden.

Darüber hinaus möchte ich SOULGARDEN weiterentwickeln und als Zentrum für salutogenetische Begleitung, Primärprävention und Burnoutprävention nachhaltig etablieren. Mein Anliegen ist es, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen - individuell als auch in Organisationen - professionelle Unterstützung, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten finden, getragen von einem multiprofessionellen Team und einer wertbasierten, systemischen Haltung.


F: Was bedeutet für Sie Glück?

Für mich hat Glück sehr viel mit Dankbarkeit und Sinn zu tun.
Glück entsteht, wenn ich mir bewusst mache, dass ich leben, wirken und einen Beitrag leisten darf. Wenn ich in meiner Arbeit erlebe, wie Menschen wieder in ihre Selbstwirksamkeit finden, aufblühen und ihr eigenes Licht entdecken, erfüllt mich das zutiefst.

Auch im Privaten zeigt sich Glück für mich in den einfachen Momenten: im Lachen meiner Kinder, in Augenblicken der Verbundenheit mit meinem Mann und darin, dass ich mich als Teil eines größeren Ganzen erlebe.

Glück ist für mich weniger ein Zustand als eine Haltung: eine dankbare Ausrichtung auf das, was wirkt, was trägt und was Sinn stiftet.


F: Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern?

Mein erster Wunsch wäre, dass allen Menschen automatisch die Fähigkeit zur Selbstreflexion zugänglich ist. Die innere Klarheit, eigene Muster zu erkennen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Ich bin überzeugt, dass ein Großteil unserer gesellschaftlichen Konflikte sich entschärfen würde, wenn Menschen sich selbst und Beziehungsdynamiken besser verstehen würden.

Der zweite Wunsch wäre, dass die Grundbedürfnisse aller Menschen gesichert sind, sodass niemand mehr gezwungen ist, aus Überlebensstrategien heraus zu handeln.
Ob durch ein gemeinwohlorientiertes System, ein bedingungsloses Grundeinkommen oder andere gesellschaftliche Modelle... echte Sicherheit würde vielen Menschen ermöglichen, ihr Potenzial zu entfalten statt nur zu funktionieren.

Mein dritter Wunsch wäre, dass psychosoziale Beratung für alle Menschen kostenfrei zugänglich ist. Frühe Unterstützung, ohne Hürden und ohne Stigma, würde nicht nur individuelles Leid verringern, sondern auch die ersten beiden Wünsche nachhaltig stärken: mehr Selbstreflexion, mehr innere und äußere Sicherheit und damit mehr Gesundheit in unserer Gesellschaft.


F: Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ich würde meine Gitarre mitnehmen, um Musik zu machen. Selbst dann, wenn niemand sonst da ist. Außerdem einen Stift und ein Notizbuch, um Gedanken, Melodien und neue Songs festzuhalten. Musik und Schreiben sind für mich Wege, bei mir selbst anzukommen, und damit ideale Begleiter, selbst auf einer einsamen Insel.

F: Was ist Ihr Lebensmotto?

'Folge der Freude.'

Für mich bedeutet das, mich an dem zu orientieren, was innerlich stimmig ist, Kraft gibt und Sinn stiftet. Freude ist für mich ein Kompass für Lebendigkeit, Entwicklung und Verbundenheit, im persönlichen wie im beruflichen Leben.


F: Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst?

Eine Frage, die ich sehr bedeutsam finde und hier vermisst habe, lautet:
'Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würden Sie dann ab morgen tun?'

Diese Frage hat mein eigenes Leben stark geprägt.
Sie löst uns für einen Moment vom Überlebensmodus, in dem viele Menschen gefangen sind, und öffnet den Blick für das, was wirklich Sinn stiftet.
Wenn existenzieller Druck wegfällt, entsteht Raum für Kreativität, Verbundenheit, Liebe und die Frage nach dem ureigenen Auftrag im Leben.

Ich habe mir diese Frage vor vielen Jahren gestellt, als ich begonnen habe, mein Leben neu auszurichten...weg vom Funktionieren, hin zu dem, was mich innerlich erfüllt.
Für mich ist sie eine der wertvollsten Fragen, die Menschen sich stellen können, wenn sie herausfinden möchten, wofür sie eigentlich hier sind.


F: ... und wie würden Sie darauf antworten?

Ich würde genau das tun, was ich heute tu:
Räume schaffen, in denen Menschen sich selbst und anderen wieder mit offenem Herzen begegnen können. Orte, an denen Echtheit nicht nur ein schönes Ideal ist, sondern Schritt für Schritt verkörpert werden kann.

Es erfüllt mich, Menschen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu entfalten, hinderliche Muster zu lösen und beziehungsfähig zu werden - zu sich selbst und zu anderen.
Wenn innere Blockaden weichen und die eigene Lebendigkeit wieder spürbar wird, beginnt ein Prozess des Aufblühens, der mich zutiefst berührt.

Jesus sagte einmal: 'Werdet wie die Kinder.'
Kinder sind echt. Sie verstellen sich nicht aus Angst, sie sind neugierig, offen und bereit, die Welt zu entdecken. Diese ursprüngliche Lebendigkeit verlieren viele Erwachsene. Oft durch Überforderung, Anpassung und den Druck zu funktionieren.

Durch meine Beratungs-, Seminar- und Gruppenarbeit möchte ich Räume schaffen, in denen Menschen wieder Zugang zu dieser inneren Quelle finden: zu Freude, Staunen, Sinn und Verbundenheit. Räume, in denen Entwicklung möglich wird und echte Begegnung entsteht.

Das ist nicht nur ein Beruf für mich, sondern ein innerer Auftrag.
Und genau deshalb würde ich - auch wenn Geld keine Rolle spielen würde - weiterhin genau das tun.



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