| F: |
Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen? Mich hat schon früh das Interesse an Menschen, ihren Lebensgeschichten und inneren Konflikten begleitet. In Krisenmomenten habe ich immer wieder erlebt, wie entscheidend es ist, dass jemand wirklich zuhört und Halt gibt. Der Wunsch, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen professionell zu begleiten, hat mich letztlich in die Lebens- und Sozialberatung geführt. |
| F: |
Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert? Zentrale Fähigkeiten sind Empathie, echtes Zuhören, emotionale Stabilität und die Fähigkeit, komplexe Themen rasch zu erfassen. Ebenso wichtig sind Selbstreflexion, fachliche Klarheit und die Fähigkeit, auch in Krisen ruhig und fokussiert zu bleiben. |
| F: |
Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?
Meine Arbeitsschwerpunkte ergeben sich aus meiner praktischen Erfahrung in der Krisenintervention sowie aus meiner persönlichen Haltung: Menschen dort zu begleiten, wo sie besonders verletzlich sind. Krisen, Verluste und Umbrüche sind Lebensrealitäten – hier wirksam unterstützen zu können, empfinde ich als sinnstiftend. |
| F: |
Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?
Wenn Klient*innen mir rückmelden, dass sie sich erstmals wirklich gesehen und ernst genommen fühlen. Für mich ist es ein großer Erfolg, wenn Menschen nach einer Krise wieder Orientierung, innere Stabilität und Vertrauen in sich selbst gewinnen. |
| F: |
Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden? Durch Aufklärung, Entstigmatisierung von Beratung und durch persönliche Begegnung. Wenn Menschen spüren, dass Beratung kein „Reparieren“, sondern ein gemeinsames Verstehen ist, wächst auch die Bereitschaft, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. |
| F: |
Arbeiten Sie auch mit Berufskolleg*innen oder mit Expert*innen aus anderen Berufsgruppen zusammen? Ja, interdisziplinäre Zusammenarbeit ist mir sehr wichtig. Ich arbeite mit Kolleginnen aus der Lebens- und Sozialberatung sowie mit Expertinnen aus dem psychosozialen, medizinischen und sozialen Bereich zusammen, insbesondere im Rahmen meiner Tätigkeit im Kriseninterventionsteam des Österreichischen Roten Kreuzes Niederösterreich. |
| F: |
Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)? Ja, ich biete Workshops, Vorträge und Gruppenangebote an, insbesondere zu Themen wie Krisenbewältigung, Trauer, Resilienz und Kommunikation. . Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt liegt dabei auf dem Kohärenzsinn – also der Fähigkeit, das eigene Leben als verstehbar, handhabbar und sinnvoll zu erleben. Der Austausch in Gruppen schafft oft zusätzliche Perspektiven und Entlastung. |
| F: |
Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen? Mein Ziel ist es, psychosoziale Beratung noch niederschwelliger zugänglich zu machen und Menschen frühzeitig zu erreichen – bevor Krisen chronisch werden. Zudem möchte ich meine Arbeit stärker in Präventions- und Bildungssettings einbringen. |
| F: |
Was bedeutet für Sie Glück? Glück bedeutet für mich innere Stimmigkeit: im Einklang mit sich selbst zu sein, Sinn zu erleben und echte Verbindungen zu anderen Menschen zu haben. |
| F: |
Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern? Gesundheit für mich und meine nahen Menschen, eine Gesellschaft mit mehr Mitgefühl und Dialogbereitschaft sowie die Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung zu bewahren. |
| F: |
Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Ein Buch, um emotional berührt zu werden und geistig verbunden zu bleiben. Etwas zum Schreiben, um Gedanken zu ordnen und innere Prozesse festzuhalten. Und ein Messer – ganz pragmatisch – als notwendiges Werkzeug zum Überleben. |
| F: |
Was ist Ihr Lebensmotto? Ich habe zwei Lebensmottos: „Ich höre dir gerne zu“ und „Wer wagt, gewinnt.“ |
| F: |
Welche wichtige Frage haben Sie in diesem Interview vermisst? Was Menschen von mir erwarten dürfen, wenn sie zu mir in Beratung kommen. |
| F: |
... und wie würden Sie darauf antworten? Sie dürfen einen geschützten Raum erwarten, echtes Zuhören, fachliche Klarheit und eine wertschätzende Begleitung auf Augenhöhe – ohne Bewertung, aber mit Struktur, Erfahrung und Respekt vor der individuellen Lebensgeschichte. |

