News > Wiener Schulen beschäftigen sich mit den Ereignissen in Japan - Hilfe der Schulpsychologie und Hinweise für Eltern und LehrerInnen

am 16.3.2011
"Die Tragödie, die sich in diesen Stunden und Tagen in Japan ereignet, ist nicht nur für uns Erwachsene schmerzhaft und kaum zu fassen. Viel mehr noch sind diese Ereignisse für unsere Kinder, die hiervon ja 'quasi live' aus den Medien und auch vielen Gesprächen erfahren, emotional schwer zu verarbeiten und zutiefst irritierend. Gerade jetzt ist es auch die Aufgabe der Schule, Information, Hilfe und Unterstützung anzubieten. Das tun Wiens Schulen - und hierfür bieten wir auch die professionelle Unterstützung unserer Wiener SchulpsychologInnen an", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl zu den jüngsten Ereignissen in Japan fest.

Brandsteidl unterstrich, dass es Aufgabe der Schule sei, solche Ereignisse zu thematisieren: "Natürlich ist die Beschäftigung hiermit altersabhängig unterschiedlich und kann nicht über einen Kamm geschoren werden. Klar ist aber, dass Themen, die junge Menschen so tief berühren, in der Schule nicht ausgeklammert werden sollen."

Gemeinsam mit Wiens führender Schulpsychologin Dr. Mathilde Zeman appellierte sie auch an die Eltern vor allem jüngerer Kinder, diesen Themen nicht auszuweichen, sondern im Gegenteil bewusst hierüber zu sprechen.

Als konkrete Hilfestellung präsentierte die Leiterin des Schulpsychologischen Dienstes des Stadtschulrats für Wien einige Hinweise für Eltern und Lehrer im Umgang mit Fragen und Betroffenheit von Kindern und Jugendlichen. Wichtig - so Dr. Zeman - ist es,

* auf aktuelle, individuelle Fragen und Gefühle einzugehen - wie z.B. "Müssen die Menschen leiden?". Wichtig ist es also, keinen allgemeinen "Vortrag" zu halten.
* altersgemäß und kindgerecht auf die Bedürfnisse einzugehen: Je jünger Kinder sind, umso wichtiger ist das Eingehen durch vertraute Personen (Eltern, Großeltern, KlassenlehrerIn) und nicht durch fremde "ExpertInnen".
* Nachrichten im TV oder in Printmedien gemeinsam anzuschauen – vor allem für jüngere Kinder. Hierbei sollten die Kinder beobachtet und Gesehenes verständlich kommentiert und erklärt werden.
* wahrheitsgemäß zu antworten, auch einmal zu sagen "Das weiß ich nicht, aber ich werde nachfragen ..."
* Sicherheit zu vermitteln und dabei Bezug auf das Leben im Hier und Jetzt, also in Wien, Österreich - und nicht nur im fernen Japan - zu nehmen.
* (Zukunfts-) Perspektiven zu eröffnen - z.B. Kinder und Jugendliche wollen wissen, wie sie helfen oder sich an Spendenaktionen beteiligen können. Hierbei geht es darum, Auswege aus der momentanen "Ausweglosigkeit" bzw. gefühlten Hoffnungslosigkeit aufzuzeigen."

http://www.wien.gv.at/rk/msg/2011/03/16008.html
Quelle: Rathauskorrespondenz vom 16.03.2011


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