Lebens- und Sozialberatung ist die professionelle Beratung und Betreuung von Menschen in Problem- und Entscheidungssituationen. Sie soll dazu beitragen, belastende und schwer zu bewältigende Situationen zu erleichtern, zu verändern und einer Lösung näherzubringen.

Lebens- und SozialberaterInnen arbeiten ausschließlich mit KlientInnen, bei denen KEINE psychischen Erkrankungen vorliegen!

Wann ist Lebens- und Sozialberatung für mich angezeigt?

  • Sie haben ein ganz persönliches Problem, über das Sie gerne offen und vertraulich mit jemandem reden möchten?
  • Sie möchten mit jemandem über Ihre Situation reden, der entsprechend ausgebildet ist und professionell und verantwortungsbewusst mit Ihnen arbeitet?
  • Sie stehen vor einer schwierigen Entscheidung und möchten alle für Sie wichtigen Für und Wider mit einer neutralen Person besprechen, der Sie voll vertrauen können und die der Verschwiegenheit verpflichtet ist?
  • Sie haben einen privaten Konflikt mit jemandem und suchen einen Menschen, der gelernt hat, Konflikte einer konstruktiven Lösung zuzuführen?
  • Sie haben Schwierigkeiten in einer Partnerbeziehung und wollen an einer Lösung des Problems arbeiten?
  • Sie erleben Ihre persönliche oder berufliche Situation als unbefriedigend und wissen nicht, wie Sie das ändern können?
  • Sie haben das Gefühl, dass irgendetwas in Ihrem Leben nicht ganz so läuft, wie Sie es sich wünschen und vorgestellt haben?
  • Sie wissen, daß es einige Bereiche in Ihrem Leben gibt, die Sie durchaus verbessern könnten - nur haben Sie bislang noch nicht die richtigen Ansprechpartner und Vertrauenspersonen gefunden?

Wenn eine der angeführten Überlegungen auf Sie zutrifft, dann wenden Sie sich vertrauensvoll an eine(n) Lebens- und SozialberaterIn!


Ausbildung:

Als im Jahr 1989 die Lebens- und Sozialberatung als gebundenes, bewilligungspflichtiges Gewerbe eingeführt wurde, wurden auch die Voraussetzungen und die Ausbildung genau festgelegt!

Da es sich bei der Lebens- und Sozialberatung um eine außerordentlich verantwortungreiche Tätigkeit handelt, sind gewisse - persönliche und fachliche - Voraussetzungen zu erfüllen!
Der Ausbildungslehrgang mit Abschlussprüfung dauert 5 -6 Semester; die Absolvierung des Berufspraktikums, welches schon während des Lehrganges beginnt, dauert zusätzlich noch etwa 2 bis 4 Semester.

Berufsvoraussetzungen:

Der Zugang zum Lebens- und SozialberaterInnenberuf setzt - bewusst - keine akademische Vorbildung, ja auch nicht Matura voraus. Dies wurde in der Berufsgruppe sorgfältig diskutiert und aus Überzeugung beibehalten.

Der Ausbildungsgang von Lebens- und SozialberaterInnen besteht Vergleiche mit anderen Curricula im psychosozialen Bereich sehr gut. Er vermittelt als Basisausbildung den angehenden BeraterInnen alle für den Beruf nötigen Fertigkeiten in überschaubarer Zeit und für überschaubares Geld.

Drei bis fünf intensive Ausbildungsjahre mit Selbsterfahrung, mindestens 584 Stunden Unterricht in Theorie und Praxis, sowie mindestens 650 Stunden fachliche Tätigkeit unter mindestens 100 Stunden Supervision garantieren sowohl gutes Können als auch langsames Hineinwachsen in den Beruf.

Die Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (BGBL. II Nr. 140/2003 und BGBL. II Nr. 112/2006) sieht außer der Basisausbildung auch andere Zugänge zum reglementierten Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung vor.

So können etwa Personen mit einer Vorbildung vorwiegend aus anderen psychosozialen Berufen Vorkenntnisse aus diesen Berufen anerkannt werden. Meist sind es jedoch nur Teilbereiche, die auf die Befähigung aufgerechnet werden können, da das Kernstück der LebensberaterInnen-Ausbildung, eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung in Beratungsmethodik, in kaum einem der benachbarten Berufe in dem Ausmaß enthalten ist, wie es für die Lebens- und Sozialberatung erforderlich ist.

Für den Erwerb der fehlenden Qualifikationen bieten einzelne Ausbildungsinstitutionen Aufschulungslehrgänge oder - auf Anfrage - die Möglichkeit zum Quereinstieg in bestehende Ausbildungslehrgänge an.
 

Gesetzliche Rahmenbedingungen

§119. Gewerbeordnung in der geltenden Fassung (2002) - Lebens- und Sozialberatung

§ 119. (1) Einer Gewerbeberechtigung für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung (§ 94 Z 46) bedarf es für die Beratung und Betreuung von Menschen, insbesondere im Zusammenhang mit Persönlichkeitsproblemen, Ehe- und Familienproblemen, Erziehungsproblemen, Berufsproblemen und sexuellen Problemen. Dazu gehört auch die psychologische Beratung mit Ausnahme der Psychotherapie. Personen, die das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung ausüben, sind auch zur Ausübung von Ernährungsberatung berechtigt, wenn sie die erfolgreiche Absolvierung der Studienrichtung Ernährungswissenschaften an einer inländischen Universität oder die erfolgreiche Ausbildung zum Diätassistenten/zur Diätassistentin nachweisen. Personen, die das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung ausüben, sind auch zur sportwissenschaftlichen Beratung berechtigt, wenn sie die erfolgreiche Absolvierung der Studienrichtungen Sportwissenschaften oder Leibeserziehung an einer inländischen Universität oder einen Diplomabschluss in einer Trainerausbildung an einer Sportakademie des Bundes nachweisen.

(2) Personen, die den Befähigungsnachweis für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung in vollem Umfang erbringen, dürfen die Bezeichnung “Diplom-Lebensberater/Diplom-Lebensberaterin” führen.

(3) Gewerbetreibende, die zur Ausübung des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung berechtigt sind, dürfen zur Ausübung der im Abs. 1 genannten Tätigkeiten nur Arbeitnehmer verwenden, die eigenberechtigt sind und die für diese Verwendung erforderliche fachliche Eignung besitzen.

(4) Gewerbetreibende, die zur Ausübung des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung berechtigt sind, sowie deren Arbeitnehmer sind zur Verschwiegenheit über die ihnen anvertrauten Angelegenheiten verpflichtet. Diese Verschwiegenheitspflicht besteht nicht, wenn und insoweit der Auftraggeber ausdrücklich von dieser Pflicht entbindet.

(5) Für die Veranstaltung des Lehrganges für Lebens- und Sozialberatung bedarf es der Genehmigung durch die beim Fachverband des Allgemeinen Gewerbes eingerichtete Zertifizierungsstelle. Die Genehmigung ist auf Antrag zu erteilen, wenn
 

  1. die für die Lehrgangsveranstaltung verantwortlichen Personen die erforderliche fachliche Eignung besitzen,
  2. die Personen, die zur Vermittlung der Methoden der Lebens- und Sozialberatung und der Krisenintervention herangezogen werden, fachlich geeignet sind,
  3. das Ausbildungscurriculum die vorgeschriebenen Lehrinhalte aufweist und Maßnahmen zur Sicherung der Qualität vorsieht und
  4. der Lehrgangsveranstalter über die zur Ausbildung erforderliche Einrichtung und Ausstattung verfügt.

Zeugnisse nicht genehmigter Lehrgänge sind bei der Anmeldung des Gewerbes nicht zu berücksichtigen. Die Genehmigung ist zu widerrufen, wenn die Voraussetzungen für ihre Erteilung nicht mehr zur Gänze erfüllt sind. Die Lehrgangsveranstalter haben jede Änderung des Ausbildungscurriculums und des fachlich qualifizierten Personals der Zertifizierungsstelle anzuzeigen.


260. Verordnung: Standes- und Ausübungsregeln
für das Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung (1998)
140. Verordnung: Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (2003)
112. Verordnung: Änderung der Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (2006)

Quelle: Fachverband der gewerblichen Dienstleister - Wirtschaftskammer Österreich
 



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